Warte(t)raum
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Vom Warteraum zum Traum

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Eine halbe BG-Woche der Klasse 3aM zum Thema Animationsfilm

Ein karger Warteraum bildet den Ausgangspunkt des Films. Die Schüler/-innen gestalten in Zweier- oder Dreier-Gruppen verschiedene Kurzgeschichten, die vor dem Hintergrund des Warteraumes spielen. Im Team wird die Geschichte entwickelt, animiert und gedreht. Die parallel entstandenen Sequenzen werden zu einem Film zusammengeführt und mit gemeinsam ausgearbeiteten Schnittstellen ergänzt (zum Beispiel einem durchfahrenden Zug).

Trick- und Animationsfilme sind nicht mehr nur im Vorabendprogramm des Fernsehens zu sehen, sondern füllen auch die grossen Kinosäle. Seit die Bilder laufen gelernt haben, kommen jedes Jahr neue, immer aufwendigere Produktionen in den Handel. Hunderte von Zeichnern und Programmierern arbeiten Jahre an einem solchen Film, unterstützt von den leistungsstärksten Computern. Hinter den Trickfilmen, die unsere Lachmuskeln reizen, steckt intensive, präzise Arbeit. Für eine Sekunde Filmmaterial benötigt man zwischen 12 und 24 Bilder.

Die Realisation eines eigenen Trickfilms während einer Blockwoche ermöglicht den Einblick in das Medium und zeigt den Charme einer technisch einfachen Arbeit gegenüber einer Hollywood-Produktion auf. Um am Ende der Blockwoche einen Film zu haben, ist Teamarbeit gefragt: 13 Schüler/-innen realisieren ein gemeinsames Produkt, einen gemeinsamen Film. Daher ist das Konzept des Films so angelegt, dass einzelne Sequenzen zu einem formal überzeugenden Ganzen zusammengefügt werden können.

Neben den erlernten Grundlagen des Animationsfilms wird die Teamarbeit gefördert. Die eigenen Ideen müssen zu Gunsten des gemeinsamen Films überdacht, angepasst und weiterentwickelt werden. Die reibungslose Produktion ist zudem auf die Mitarbeit jedes Einzelnen angewiesen, und bis zur Titelfindung ist die kreative Denkarbeit aller gefordert.

Die Blockwoche bietet ideale Produktionsbedingungen für einen Trickfilm. Der sehr aufwendig eingerichtete Tricktisch kann die gesamte Aufnahmezeit durch stehen bleiben. So sind gleich bleibende Kameraeinstellungen und Lichtverhältnisse gewährleistet. Der Film wird mit dem bedienungsfreundlichen Programm BTVPro aufgenommen.
Das Thema des Trickfilms wäre auch für eine Projektwoche geeignet. In einer Projektwoche BG-Musik könnte parallel zum Bild die Vertonung stärker gewichtet werden. In einer Projektwoche BG-Deutsch beispielsweise könnte die Dramaturgie des Films intensiver thematisiert werden.

Der entstandene Trickfilm der Klasse 3aM erzählt die Geschichte eines Warteraumes, in dem die Grenzen zwischen Realität und Traum aufgehoben sind.

Die Rückmeldung über die geleistete Arbeit drückt sich bei dieser Arbeit nicht in einer Note aus, sondern eine Fach-Jury und das Publikum der Schweizer Jugendfilmtage bewerten den Film. Die Jugendfilmtage bieten eine ideale Plattform für einen anregenden Austausch unter Jungfilmern.
Warte(t)raum gewann an den Schweizer Jugendfilmtagen 2005 den Publikumspreis und den zweiten Platz in der Kategorie A (Schulfilme).

Sandra Gächter