Leitbild

Lage, Architektur

Über dem Bahnhof Stadelhofen fügt sich die Kantonsschule als Terrassenbau unaufdringlich an den Hang des Schanzenbergs. Die Stufung bildet das zentrale Element auch der räumlichen Gliederung: In diagonaler Bewegung führt eine Treppe durch den alle fünf Stockwerke umfassenden offenen Innenraum und lädt zur Begegnung ein. Glasflächen und Atrien bewirken Durchlässigkeit und erweitern die Blickfelder. Die architektonische Klarheit und das freie Zusammenspiel der Proportionen schaffen eine Atmosphäre der Offenheit wie auch der Konzentration.

Über eine Gartenanlage in unmittelbarer Nachbarschaft erreicht man die Villa Hohenbühl, einen Jugendstilbau, in dem die Ateliers des Bildnerischen Gestaltens und weitere Schulzimmer eingerichtet sind. Der spannungsvolle Kontrast zwischen Hauptgebäude und Dépendance lässt kulturelle Vielfalt zur täglichen Erfahrung werden.

Der zentralen Verkehrslage verdankt die Kantonsschule Stadelhofen ein weitläufiges Einzugsgebiet und damit eine sozial und kulturell durchmischte Schülerschaft. Von ihrem Standort aus lassen sich die Bibliotheken und Kulturzentren der Innenstadt wie auch der nahe See bequem erreichen.

Wahlmöglichkeiten, Anforderungen

Die Kantonsschule Stadelhofen führt im Anschluss an die zweite Klasse der Sekundarschule in vier Jahren zur schweizerisch anerkannten Maturität. Dabei können vier unterschiedliche Profile gewählt werden:
das altsprachliche Profil  mit Schwerpunktfach Latein
das neusprachliche Profil mit Schwerpunktfach Englisch, Italienisch oder Spanisch
das musische Profil mit Schwerpunktfach Bildnerisches Gestalten oder Musik
das mathematisch-naturwissenschaftliche Profil mit dem Schwerpunktfach Biologie und Chemie

Im musischen Profil und im mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil ist der Übertritt auch aus der zweiten Klasse des Langgymnasiums möglich.

Am gewählten Profil lassen sich mit der freien Entscheidung für ein Ergänzungs- und ein Pflichtwahlfach innerhalb eines bestimmten Fächerangebotes zusätzliche Akzente setzen. Ein vielfältiges Freifachangebot unterstützt die besonderen Interessen. Zur Förderung des interkulturellen Kontakts bietet die Schule individuelle Austauschprogramme mit der Romandie an.

In allen vier Profilen bildet ein breit gefächertes Allgemeinwissen die Grundlage für das Verstehen und Können. Die Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Fächern schärft die Wahrnehmung, trainiert das kritische Denken und fördert die Dialogfähigkeit. Als differenzierende und konstruktive Kräfte werden Sensibilität und Kreativität einbezogen und weiterentwickelt.

Den unterschiedlichen Lernzielen entsprechen unterschiedliche Arbeitsmethoden. Lassen sich an der exakten Betrachtung des Einzelphänomens Kenntnisse und Kriterien gewinnen, so wird andererseits die zur Herstellung und Beurteilung von Zusammenhängen nötige Beweglichkeit geschult. Die individuelle Leistung, in der sich Denkkraft mit Mut und Ausdauer verbindet, verdient ebenso Beachtung wie die geschickte Kooperation im Team. Um der Eigeninitiative und Vertiefung mehr Raum zu gewähren, werden die Schülerinnen und Schüler in sogenannten Blockwochen mit ausgewählten Stoffgebieten oder fächerübergreifenden Themen konfrontiert.

Mit der unabdingbaren Leistungsbewertung wird auch die Fähigkeit zur Selbstbeurteilung gefördert. Schülerinnen und Schüler haben Anrecht auf transparente und verständliche Notengebung.

Die Maturitätsschule bereitet auf das Hochschulstudium vor und richtet sich grundsätzlich auf die anspruchsvollen Herausforderungen der modernen Gesellschaft aus. Diese Zielsetzung bedingt die hohe Erwartung an die Haltung und Leistung jedes Einzelnen.

Auftrag, Erwartungen

Das Gymnasium führt Schülerinnen und Schüler dazu, ein Bewusstsein der Welt aufzubauen und ihre eigene Stellung darin zu finden.

Historisches Wissen und eingehendes Verständnis der Naturvorgänge sind Voraussetzungen zum Wahrnehmen von Verantwortung. Das Studium der Sprachen lässt teilhaben am Reichtum menschlicher Ausdruckskraft und stärkt den Willen zur eigenen Aussage. In den künstlerischen Fächern ist die Offenheit zum Überschreiten von Seh-, Hör- und Denkgewohnheiten gefordert, der Mut zum Experiment.

Die Persönlichkeitsentfaltung der Schülerinnen und Schüler stellt zur geistigen Spannung des Stoffs einen dynamischen Gegenpol dar. Die Schule begegnet diesem Vorgang mit Achtung und Verständnis. Fächer, welche Interaktion, Körpererfahrung und individuelle Gestaltungskraft fördern, liefern dabei besondere Unterstützung.

Mit ihrem unvoreingenommenen Blick und dem unerschrockenen Fragen sind die Lernenden die notwendigen Partner der Lehrenden. Ohne die Neugier und Phantasie ihrer Schülerinnen und Schüler, vor allem ohne deren Bereitschaft, sich bewegen zu lassen und mitzuwirken in der geistigen Auseinandersetzung, kann die Schule ihren Auftrag nicht erfüllen.

So wie die Schule auf Individuen und individuelle Begabungen eingeht, erwartet sie von den Schülerinnen und Schülern angemessenes Eingehen auf andere und das Respektieren der geltenden Regeln.

Lehrerinnen und Lehrer der Kantonsschule Stadelhofen sind zu permanenter intellektueller, pädagogischer und menschlicher Weiterentwicklung verpflichtet. Mit den in ihrer Persönlichkeit verankerten Wertmassstäben stehen sie für ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit ein. Sie nehmen mit eigenen Beiträgen an der Gestaltung des Schullebens teil und sind bereit zur Zusammenarbeit.
Schulkultur

Die räumlich und pädagogisch bedingte Begrenzung auf rund 600 Schülerinnen und Schüler an der Kantonsschule Stadelhofen stellt einen Rahmen dar, der Überschaubarkeit und persönliche Begegnung gestattet. Kontakte zwischen Schüler- und Lehrerschaft und zum Personal ergeben sich leicht. An der Verwirklichung eines vertrauenerweckenden Klimas sind alle beteiligt.

Insofern als die Schule nicht bloss der individuellen Zielstrebigkeit dient, sondern als Ort des Dialogs und im künstlerischen oder sportlichen Spiel als gemeinsame Erfahrung erlebt wird, lässt sich von einer eigentlichen Schulkultur sprechen.

Unauffällig manifestiert sie sich im Alltag in der gegenseitigen Achtung, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Das Zusammenleben mit Menschen verschiedener Herkunft und Kultur erfordert die Anerkennung fremder Erfahrungen und Denkweisen.

Das jährliche Schultheater, Auftritte von Chor und Orchester, das vierjährliche Hausfest, Sportanlässe und gemeinsame Studientage dagegen stellen die Glanzlichter dar, die das Gewohnte durchbrechen und die Identität der Schule kreativ zum Ausdruck bringen.

In grösseren Abständen tritt die Kantonsschule Stadelhofen mit künstlerischen Projekten auch an die Öffentlichkeit.